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Wildschütz Jennerwein

1. Es war ein Schütz in seinen besten Jahren,
   der wurde weggeputzt, von dieser Erd.
   Man fand ihn erst am neunten Tage
   bei Tegernsee am Peißenberg.
 
2. Auf hartem Fels hat er sein Blut vergossen
   und auf dem Bauche liegend fand man ihn:
   Von hinten war er angeschossen,
   zerschmettert war sein Unterkinn.
 
3. Du feiger Jaga, das ist eine Schande
   und bringt dir ganz gewiss kein Ehrenkreuz:
   Er fiel gar nicht im offnen Kampfe,
   der Schuss von hinten her beweist´s!
 
4. Man brachte ihn ins Tal und auf den Wagen,
   bei finstrer Nacht ging es sogleich noch fort,
   begleitet von den Kameraden
   nach Schliersee, seinem Lieblingsort.

5. Dort ruht er sanft im Grabe wie ein jeder
   und wartet stille auf  den jüngsten Tag.
   Dann zeigt uns Jennerwein den Jäger,
   der ihn von hint' erschossen hat.
 
6. Und zum Gericht am großen jüngsten Tage
   putzt jeder 's Gwissen und auch das Gewehr,
   marschieren d' Jaga samt die Förster,
   aufs Gamsgebirg zum Luzifer.
 
7. Und nun zum Schlusse dank noch den Veteranen,
   die ihm den Trauermarsch so schön gespielt!
   Ihr Jager, lasst euch nun ermahnen,
   dass keiner mehr von hinten zielt!
 
8. Denn auf den Bergen, ja da wohnt die Freiheit,
   ja auf den Bergen ist  es gar so schön,
   allwo auf grauenvolle Weise
   der Jennerwein zu Grund musst gehn.