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Salvatorlied
von Jakob “Papa” Geis

1. In München zur Salvatorzeit,
die Gschäfte stocken weit und breit,
´s gibt keinen Handel, keinen Kauf,
das Alltagslebn hört gänzlich auf.
Und eh´ noch einge Jahr vergehn,
wird ober jeder Türe stehn:
Für heute ist geschlossen hier,
´s geht alles zum Salvatorbier.

2. Es fragt ein Reisender sich an,
ob er den Herrn nicht sprechen kann,
die Musterkoffer sind bereit,
zudem hätt´ er sehr wenig Zeit.
Da fragt der Lehrling: Lieber Freund,
heut´ macht sich´s schlecht, so viel mir scheint,
der Prinzipal ist gar nicht hier,
ging eben zum Salvatorbier.

3. Zum Mann die Frau sagt, ´s is a Plag,
heut gibt´s nix z´essen auf Mittag,
weil d´Köchin mit´n Kanonier
is gangen zum Salvatorbier.
Das tut nix, spricht hierauf der Mann,
wir können auch, was d´Köchin kann,
verzichten heut aufs Essen wir
und gehen zum Salvatorbier.

4. Es meldet Herr von Storch sich an,
voll Ängsten lauft der Ehemann
zur Madam Meier wie net gscheit,
sie möchte kommen hilfsbereit;
Da heißt´s: Wenn Sie d´Frau Meier wolln,
dann müssen Sie s´ gefälligst holn,
sie sitzt schon seit drei Stunden schier
am Keller beim Salvatorbier.

5. Am Nockerberg zum Zacherlbräu,
da kommt ein Bauer: Bin so frei
a Gersten hätt´ ich zum Verkauf,
geh´ nehmts mir´s ab, na fahr i nauf.
Da ist´s heut´ nix, sagt der Commis,
die Herren Schmederer treffen Sie
in dieser Woche schwerlich hier,
die sitzen beim Salvatorbier.

6. Der Herr Professor sieht sich stumm
des morgens drinn im Hörsaal um,
warum bin ich heut ganz allein,
was muss da vorgefallen sein?
Da meldet der Pedell zur Pflicht:
Die Herren erscheinen heute nicht
und leer bleibt diese Stätte hier,
sind alle beim Salvatorbier.